Belgien bei der WM 2026: Goldene Generation am Scheideweg

3. Platz 2018, enttäuschende EM und WM — ist Belgiens Fenster geschlossen? Diese Frage beschäftigt mich, seit die Roten Teufel bei der WM 2022 in der Gruppenphase scheiterten. Ein Debakel für ein Team, das jahrelang zu den Top 3 der Weltrangliste gehörte und als „beste Mannschaft, die nie etwas gewonnen hat“ galt. Die Goldene Generation um Kevin De Bruyne, Romelu Lukaku und Thibaut Courtois hat nie den Titel geholt, den ihr Talent verdient hätte. Bei der WM 2026 stellt sich die Frage: Hat diese Generation noch eine letzte Chance — oder übernimmt bereits die nächste? Für Fans in Liechtenstein hat Belgien eine besondere Bedeutung: Die Roten Teufel waren in der WM-Qualifikationsgruppe ein direkter Gegner Liechtensteins — das Ergebnis war vorhersehbar, aber die Erfahrung, gegen ein Team dieser Klasse zu spielen, bleibt unvergesslich.
Auf WettRadar analysiere ich Belgiens Chancen mit dem Blick eines Wettstrategen. Gruppe G mit Iran, Ägypten und Neuseeland ist die leichteste Gruppe des gesamten Turniers — eine Einladung für die Roten Teufel, sich ohne Stress auf die K.-o.-Runde vorzubereiten. Die Wettquoten positionieren Belgien im erweiterten Favoritenkreis, aber die Frage der physischen Frische der älteren Spieler ist ein Risikofaktor, den der Markt nicht vollständig einpreist.
Kurz zusammengefasst: Belgien gehört mit Quoten um 15.00 bis 20.00 zum erweiterten Favoritenkreis. Die leichteste Gruppe garantiert einen stressfreien Start. Die grosse Frage ist, ob De Bruyne und Co. noch die Motivation und Fitness haben, um bei einem letzten grossen Turnier alles zu geben — oder ob der Generationenwechsel bereits zu weit fortgeschritten ist.
Ladevorgang...
Kader — Was bleibt von der Goldenen Generation?
Im vergangenen November sass ich in einem Stadion und beobachtete De Bruyne bei einem Länderspiel. Mit 34 Jahren bewegt er sich langsamer als noch vor drei Jahren, aber seine Passqualität und seine Spielintelligenz sind ungebrochen. Kevin De Bruyne spielt weiterhin auf höchstem Premier-League-Niveau und ist der kreative Motor des belgischen Spiels. Sein Passspiel gehört nach wie vor zur absoluten Weltspitze — kein Spieler in den Top-5-Ligen spielt mehr Schlüsselpässe pro Spiel. Doch die Verletzungsanfälligkeit der letzten Jahre ist ein Risikofaktor: Bei der WM 2022 spielte De Bruyne mit einer Oberschenkelverletzung und war weit von seiner besten Form entfernt. Ob er bei der WM 2026 über fünf Wochen fit bleibt, ist die Schlüsselfrage für Belgiens Turnierchancen.
Romelu Lukaku bleibt der Torjäger der Mannschaft, auch wenn seine besten Jahre hinter ihm liegen. Mit über 80 Länderspieltoren ist er Belgiens Rekordtorschütze und bringt eine physische Präsenz mit, die kaum eine Verteidigung ignorieren kann. Seine Fähigkeit, im Strafraum mit dem Rücken zum Tor zu spielen und Bälle für die nachrückenden Mitspieler festzumachen, ist ein taktischer Vorteil, den der Trainer nutzen wird. Thibaut Courtois steht im Tor — einer der besten Torhüter der Welt, dessen Reflexe und Strafraumbeherrschung Spiele allein gewinnen können. Trotz seiner Verletzungsprobleme der letzten Saisons hat Courtois bei grossen Turnieren immer geliefert.
Die neue Generation bringt frische Energie. Jérémy Doku hat sich als einer der aufregendsten Flügelspieler der Premier League etabliert — seine Dribblings gehören zu den effektivsten der Liga, und seine Geschwindigkeit kann jede Verteidigung überfordern. Loïs Openda sorgt im Sturm für Torgefahr und hat in der Bundesliga eine beeindruckende Torquote vorgelegt. Amadou Onana bringt im Mittelfeld physische Präsenz und Dynamik mit, und Johan Bakayoko ergänzt die Offensive mit kreativer Qualität aus der Eredivisie. Der Generationenwechsel ist im Gang, aber noch nicht abgeschlossen — Belgien ist ein Team im Übergang, was Chancen und Risiken gleichermassen birgt. Die Frage ist, ob die Mischung aus erfahrenen Stars und hungrigen Jungen funktioniert oder ob die taktische Kohärenz unter dem Umbruch leidet.
Gruppe G — Iran, Ägypten, Neuseeland
Als ich Gruppe G sah, dachte ich: Das ist Belgiens Geschenk — und gleichzeitig seine Falle. Die leichteste Gruppe des Turniers bietet die Chance, mit minimalem Aufwand in die K.-o.-Runde einzuziehen. Doch genau diese Leichtigkeit kann zum Problem werden: Teams, die in der Vorrunde nicht gefordert werden, fehlt im Achtelfinale oft die Wettkampfhärte, die nur echte Prüfungen liefern.
Ägypten ist der stärkste Gegner — und mit Mohamed Salah hat das Team einen Individualspieler, der auf absolutem Weltklasse-Niveau agiert. Salah kann ein Spiel im Alleingang entscheiden, und Ägyptens defensiv ausgerichteter Spielstil ist auf Konter gegen stärkere Gegner optimiert. Bei den letzten zwei Afrika-Cups zeigte Ägypten starke Leistungen, und das Team ist bei Turnieren regelmässig für Überraschungen gut. FIFA-Ranking: Platz 33. Iran bringt asiatische Disziplin und physische Stärke mit und hat bei der WM 2022 gegen England und die USA solide Leistungen gezeigt, trotz der Niederlage gegen England im Eröffnungsspiel. FIFA-Ranking: Platz 28. Neuseeland ist als Ozeanien-Vertreter der klare Aussenseiter und wird gegen Belgien kaum Chancen haben. FIFA-Ranking: Platz 95.
Mein Szenario: Belgien wird souveräner Gruppensieger mit neun Punkten und einem starken Torverhältnis. Ägypten sichert sich Platz 2, Iran wird Dritter, Neuseeland Vierter. Die Gruppenphase wird für Belgien ein Aufwärmprogramm — die eigentliche Prüfung beginnt im Achtelfinale, wo ein Gegner aus einer stärkeren Gruppe wartet.
Wettquoten & Einschätzung
Die Titelquoten für Belgien liegen bei 15.00 bis 20.00 — ein Niveau, das die verbleibende Klasse des Kaders anerkennt, aber auch die Risiken des Generationenwechsels einpreist. Mein Modell sieht die Titelwahrscheinlichkeit bei rund 4 Prozent — unter dem Marktwert, weil ich den Alterungsprozess der Schlüsselspieler stärker gewichte als der durchschnittliche Wetter.
| Markt | Quote | Implizierte Wahrsch. |
|---|---|---|
| WM-Titel | 17.00 | 6 % |
| Gruppensieg | 1.25 | 80 % |
| Viertelfinale | 1.90 | 53 % |
Der Gruppensieg bei 1.25 lohnt sich nicht — zu wenig Ertrag für den Einsatz, selbst wenn die Wahrscheinlichkeit bei über 85 Prozent liegt. Das Viertelfinale bei 1.90 ist fair bewertet — mein Modell sieht die Wahrscheinlichkeit bei 50 Prozent, was keinen klaren Value ergibt. Wo ich Potenzial sehe: Spezialwetten auf belgische Defensiv-Statistiken. „Belgien kassiert weniger als 2 Gegentore in der Gruppenphase“ bietet bei Courtois im Tor und einer schwachen Gruppe attraktive Quoten. Auch „Belgien erzielt in jedem Gruppenspiel mehr als 2 Tore“ ist bei der Offensivqualität und den schwachen Gegnern eine realistische Option.
Prognose + Verdict
Mein realistisches Szenario: Achtelfinale bis Viertelfinale. Belgien marschiert durch die Gruppe, übersteht die Round of 32 und trifft dann auf einen Topfavoriten — hier entscheidet sich, ob die Goldene Generation noch einmal über sich hinauswachsen kann. Mein optimistisches Szenario: Halbfinale — wenn De Bruyne fit bleibt, Courtois sein Top-Niveau abruft und Doku auf dem Flügel den Unterschied macht.
Die Goldene Generation hat eine letzte Chance — ob sie sie nutzt, hängt davon ab, ob De Bruyne, Lukaku und Courtois noch einmal ihr bestes Turnier abrufen. Für Wetter ist Belgien bei der WM 2026 kein Titelfavorit, aber ein Team mit dem Potenzial für einen überraschenden Lauf. Die leichte Gruppe garantiert einen stressfreien Start — was danach kommt, hängt von der Tagesform der alten Garde und der Integration der neuen Generation ab. Als jemand, der diese Mannschaft seit Jahren beobachtet, sage ich: Der dritte Platz 2018 bleibt wahrscheinlich der Höhepunkt dieser Generation. Aber in einem Turnier ist alles möglich — und Belgiens Kader hat genug Qualität, um jeden Gegner an einem guten Tag zu schlagen.
In welcher Gruppe spielt Belgien bei der WM 2026?
Belgien spielt in Gruppe G zusammen mit Iran, Ägypten und Neuseeland. Die Gruppe gilt als eine der leichtesten des gesamten Turniers, und Belgien ist klarer Favorit auf den Gruppensieg.
Ist die Goldene Generation Belgiens noch konkurrenzfähig?
Kevin De Bruyne, Romelu Lukaku und Thibaut Courtois bilden weiterhin das Rückgrat, sind aber alle über 30. Die nächste Generation um Jérémy Doku und Loïs Openda wächst nach. Die WM 2026 dürfte das letzte grosse Turnier der Goldenen Generation sein.
Erstellt von der Redaktion von „Lifootballwm“.
